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Learning by Doing Digital
Was wäre, wenn...?
Wie wir der Zukunft die besten Aussichten abgewinnen
 
Kadir Dindar, CEO Siemens Digital Logistics
 

Alles wieder im Normalbetrieb? Unabhängig davon, wie und ob sich Geschäftsabläufe nach der Schockstarre eingependelt haben, lädt uns Corona dazu ein, die Karten neu zu mischen. Ich erlebe Kunden und Geschäftspartner zurzeit im Re-Invent-Modus. Viele nutzen die Krise, um ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand zu stellen, Lieferantenstrukturen abzuklopfen und ihre Wertschöpfungsketten einem Stresstest unterziehen. Ein guter Zeitpunkt? Eine historische Chance!

In diesem Moment sind ausgedehnte Planspiele erlaubt, – wenn nicht sogar zwingend notwendig. Denn mit der Vollbremsung, die unsere Wirtschaft in den letzten Monaten hingelegt hat, sind wir im Kiesbett gelandet. Wer holt uns da wieder heraus? Wie kommen unsere Geschäfte schnellstmöglich wieder in Fahrt? Was wäre, wenn…? Tja, was wäre tatsächlich, wenn wir nach Corona Neues wagen oder vieles anders machen würden?

Die Chancen der Krise nutzen, ohne eine neue Krise heraufzubeschwören

Wer die Chancen der Krise nutzen will, ohne gleich wieder eine neue Krise heraufzubeschwören, muss seine Ideen und Konzepte ohne Risiko durchspielen können. Und zu überschaubaren Kosten. Sicher ist, dass wir nach dem Ausnahmezustand ein klares Bild davon brauchen, wie wir unser Unternehmen voranbringen werden. Und wie wir zukünftig mit Situationen umgehen wollen, die bislang kein Logistikmanager auf dem Schirm hatte.

Was wäre, wenn...? Wer sich dieser spannenden Frage unter realen Bedingungen nähern will, dem kann ich einen genialen Sparringspartner empfehlen: den digitalen Zwilling. Er kommt ursprünglich aus der Industrie, wo er seit Jahren einen super Job macht: die Funktion von neuen Anlagen und Maschinen virtuell zu erproben, in der digitalen Produktentwicklung beispielsweise in Form eines CAD- oder 3D-Modells.

Think big! So wird die Zukunft vorhersehbar

Mittlerweile ist der digitale Zwilling als systemischer Berater, als Leistungs- und Ausführungszwilling, erfolgreich in der Logistik angekommen. Hier dreht er an den Stellschrauben logistischer Netzwerke, macht Einflüsse auf Lieferketten sichtbar und zeigt auf Basis realer Daten, wie sich Veränderungen auf vorhandene Prozesse, Strukturen und Qualitätskennzahlen auswirken.

Der Blick in die Zukunft ist unter diesen Bedingungen, im Rahmen der digitalen Simulation, perfekt möglich. Wie bei einem Bildbearbeitungsprogramm, das Modifikationen bei Ausschnitt, Farbsättigung und Beleuchtung sofort sichtbar macht, zeigt der digitale Zwilling die Auswirkungen der Veränderungen auf die Logistik sofort, in Echtzeit. Wie wäre es mit einer vorhersehbaren Zukunft? Think big!

Den Weg des Erfolgs markieren

Das Schöne an diesem digitalen Beratungsmodell ist, dass es auch im Umkehrschluss funktioniert. Wer das gewünschte Ergebnis in die Zukunft projiziert, wird vom digitalen Zwilling dorthin geleitet. Alle Parameter, die den Weg des Erfolgs markieren, lassen sich in dem digitalen Abbild der Realität exakt bestimmen. Auch die Vorteile der Digitalisierung werden mithilfe dieses Modells konkret greifbar.

Bei Siemens verstehen wir den digitalen Zwilling schon immer als Partner. Er ist für uns und unsere Kunden Wegbegleiter in die Industrie 4.0. Digitalisierung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz: in nahezu allen Anwendungsfeldern kommen seine Stärken zum Einsatz. Kaum ein Forschungsprojekt kommt ohne seine Unterstützung aus.

Gestalter zukunftsweisender Logistiklösungen

"Die Zukunft kann man am besten vorhersagen, wenn man sie selbst gestaltet...", hat der französische Ökonom Jean Fourastié bereits im vergangenen Jahrhundert sehr treffend formuliert. Und der vielleicht beste Zeitpunkt zum Gestalter zukunftsweisender Logistiklösungen und -dienstleistungen zu werden, ist aus meiner Sicht – jetzt.

Was wäre, wenn…? Für alle, die den digitalen Zwilling in dieser Frage konsultieren möchten, stehen wir bei Siemens Digital Logistics gerne zur Verfügung.

 

Learning by Doing Digital
Learning by Doing Digital
Warum die Pandemie zum Gamechanger in der Logistik wird
 
Kadir Dindar, CEO Siemens Digital Logistics
 

Brauchen wir noch Büros? Müssen Dienstreisen sein? Im Gespräch mit Kunden und Geschäftspartnern erlebe ich in diesen Wochen einen tiefgreifenden Sinneswandel. „Geht doch“, lautet die Erkenntnis der Corona New Work-Ära. Und in vielen Fällen läuft es sogar besser als je zuvor. Zeit verbringen wir nicht im Stau, sondern mit unseren Projekten. Meetings beanspruchen tatsächlich nur noch den Raum, den wir ihnen geben.

Die Pandemie wird zum Gamechanger. Und das Homeoffice zum Accelerator der Digitalisierung. Kontaktbeschränkungen? Wir treffen uns in der Cloud. Und wir arbeiten in der virtuellen Welt unseres Unternehmens nach wenigen Wochen wie selbstverständlich und nicht minder effizient als in der Normalität unseres Businessalltags.

Zeit, Raum und Kontaktbeschränkungen mühelos überwinden 

Wer hätte das gedacht! Die Diskussion ob und wie Digitalisierung gelingen kann, die kritische Zurückhaltung bei einem Thema, das in der Logistik lange mit Vorbehalten behaftet war, ist dem „Learning by Doing Digital“ gewichen. Wir machen und tun einfach – weil es keinen anderen Weg gibt. Niemand spürt in diesem Moment die Schmerzen eines längst notwendig gewordenen Veränderungsprozesses. Niemand kann es sich in dieser Ausnahmesituation leisten, Endlos-Diskussionen weiterzuführen. Digitalisierung findet hier und jetzt statt. Basta.

Der Imperativ, den die weltweite Pandemie setzt, hat uns in den Echtzeit-Modus katapultiert. Selbst Zögerer und Zauderer erleben die Situation als neue Lebenswirklichkeit, die nicht nur bedrohlich ist. In der Krise entdecken Unternehmen den Segen moderner IT-Lösungen, die ihren Mitarbeitern dabei helfen, Zeit, Raum und Kontaktbeschränkungen zu überwinden, mühelos.

Mittlerweile ist die Digitalisierung zum Krisenretter avanciert. Sie liefert die Infrastruktur für unsere Wirtschaft und eine Branche, die in der öffentlichen Wahrnehmung über Nacht „systemrelevant“ geworden ist. Der Expertenrat „Die Logistikweisen“ geht – gestützt auf eine aktuelle Umfrage – davon aus, dass sich die Digitalisierung im Wirtschaftsfeld Logistik nach der Krise beschleunigen wird; dennoch würde die Mehrheit der Befragten in der jetzigen Lage mit dem Vorantreiben ihrer Digitalisierungsmaßnahmen pausieren, vermeldet der Expertenrat.

Das Bedenkenprogramm von der Festplatte löschen

Nach der Krise? Pausieren? Ich möchte Sie, liebe Logistiker, dazu ermutigen, das Momentum, das Sie für die Bewältigung Ihres Alltags in der jetzigen Situation erfolgreich nutzen, auf die Digitalisierung ihrer Logistikprozesse zu übertragen und das Bedenkenprogramm, das Innovationen verlangsamt, von der Festplatte zu löschen. Denn im Grunde ist Collaboration in der Supply Chain mit vorhandenen digitalen IT-Lösungen so einfach wie die Zusammenarbeit von Projektteams via Microsoft Teams, Skype oder Asana.

Drei Gründe, warum es gerade jetzt Sinn macht, die Digitalisierung in der Logistik mit Vollgas voranzutreiben:

 

1. Alles schon da

Leistungen und Lösungen zur digitalen Steuerung von Logistikprozessen sind lange erprobt und auf Knopfdruck einsatzfähig. Dazu gehören beispielsweise cloudbasierte Plattformen und Tools zur Integration von Dienstleistungspartnern, zur digitalisierten Auftragsabwicklung und zur End-to-End-Visibility von Prozessen in der Supply Chain. Zeitgemäße Schnittstellenlösungen (Stichwort API) erlauben die einfache und schnelle Anbindung an vorhandene Systeme.

 

2. Kein Risiko

Die Logistik lebt von immer wiederkehrenden, vergleichbaren Prozessen und Szenarien. Diese haben wir in tausenden von Projekten analysiert und daraus Software- und Beratungstools entwickelt, die auf jeden Anwendungsfall passen. Mit dem Digitalen Zwilling, den wir bei Siemens Digital Logistics als Beratungswerkzeug einsetzen, lassen sich logistische Konzepte im Hinblick auf alle denkbaren Einflussfaktoren virtuell erproben – auf Basis von Echtdaten 1:1 unter realen Bedingungen. Das Risiko langer Implementierungsphase oder kostspieliger Lernkurven entfällt.

 

3. Wachstum sichern im Ökosystem

Insellösungen machen einsam. Sie lassen sich in logistischen Netzwerken weniger gut an veränderte Aufgabenstellungen oder neue Kunden anpassen. Ökosysteme liefern heute die IT-Infrastruktur für das dynamische wie flexible Unternehmenswachstum in alle Richtungen. Sie stellen innovative IT-Lösungen bereit, die ständig weiterentwickelt werden. Sie ermöglichen das Teilen und Nutzen von Daten, die Unternehmensentscheidungen absichern und Prozesse effizienter machen.

 

Nach Einschätzung der Förderbank KfW wird die Corona-Krise einen Digitalisierungsschub in mittelständischen Firmen auslösen. „Corona zwingt den Mittelstand zur Digitalisierung“, stellt die Bankengruppe nüchtern fest. Ich würde das nicht als Zwang betrachten. Sondern als Chance, lange aufgeschobene Digitalisierungsmaßnahmen jetzt ohne Wenn und Aber anzupacken.

Digital Twin
Neuer Top-Entscheider in der Logistik
Welchen Einfluss der Digital Twin auf die Lieferkette besitzt
 
Jürgen Schulz, VP Consulting, Siemens Digital Logistics
 

Lieferketten sind sensibel. Sie sind anfällig für Streiks, Wetterkatastrophen Pandemien. Je größer das Netzwerk an Lieferanten und Produktionspartnern ist, umso mehr Einflussfaktoren bestimmen die Performance der Versorgungsqualität. Wie lassen sich auf Basis dieser permanent vorhandenen Volatilität überhaupt verlässlich Entscheidungen treffen? Wie können Supply Chain Manager die Auswirkungen von Ausfällen oder Abweichungen auf nachfolgende Ereignisse sicher bewerten?

Wer Entscheidungen von großer Tragweite für die Versorgung seiner Kunden und die Unternehmensentwicklung aus dem Bauch heraus trifft, riskiert mehr als eine Magenverstimmung. Denn der Bauch bewertet allenfalls die sich darstellende Gemengelage – auf Basis von Eckdaten und Erfahrungswerten, aber nicht auf Grundlage sich dynamisch entwickelnder Parameter.

Unternehmerischer Weitblick wird heute von Daten gestützt. Aus einer Masse validierter, projektbezogener Daten entsteht ein Bild, das den operativen Ist-Zustand abbildet. Doch was passiert, wenn sich die Linien und Konturen dieses Bildes verschieben, wenn sich Farben und Formen ändern?

Mit dem Digital Twin lässt sich genau das skizzieren. Bis ins Detail wird mithilfe des IT-Instrumentes ein virtuelles Abbild des realen Logistiknetzwerks erzeugt, das die komplexen, voneinander abhängigen Dinge und Zustände in logistischen Netzwerken in Beziehung zueinander setzt.

Auch Defizite lassen sich mit dem Digital Twin ans Licht bringen

Logistiker können in dieser Phase der Entscheidungsfindung spielerisch ausprobieren, wie sich verschiedene Konzepte und Ideen auf die Praxis auswirken, bevor sie in der Realität umgesetzt werden. Sie können simulieren, wie sich – auch unvorhersehbare – Ereignisse und Veränderungen auf die Supply Chain auswirken. Damit ist der Digital Twin ein klassisches Entscheidungsunterstützungssystem oder Decision Support System.

Auch bestehende Defizite lassen sich mit dem Digital Twin ans Licht bringen. So haben wir beispielsweise in Projekten für Lebensmittelunternehmen durch die Anwendung des Digital Twin herausfinden können, dass eine bestimmte Produktgruppe zwar große Volumenströme erzeugt, aber nur ganz wenig Deckungsbeitrag bringt. Gleichzeitig konnten wir darstellen, wie sich Kosten und Margen bei verändertem Volumen entwickeln.

Ist der Kunde wichtig für mich?

Wer den Digital Twin konsultiert, hat kein Problem damit, die Gesamtkosten seiner Logistik auf einen einzelnen Kundenauftrag herunterzubrechen, um sich über elementare Fragestellungen klar zu werden: Ist dieser Kunde wichtig für mich? Erziele ich mit dem Kunden noch eine positive Marge? Will ich ihn weiterversorgen? Was müsste ich tun, damit ich am Ende des Tages ein besseres Geschäft mache? Und wie würden sich einzelne Maßnahmen und Marketingaktionen auf die Geschäftsentwicklung mit dem Kunden auswirken?

Der Decision Support geht aber noch sehr viel weiter. So lässt sich beispielweise die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte im Vorfeld bewerten. Auch bestehende Produktportfolios und Sortimente können unter dem Aspekt betrachtet werden, ob und wie sie sich für das Unternehmen rechnen.

Die wechselhafte Zeit in der wir leben, macht deutlich: Es wird für niemanden leichter, vorausschauend zu handeln und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gut, wenn man in dieser Situation einen Top-Entscheider wie den Digital Twin an seiner Seite hat.

 

Supply CHANCE Management
Einfach mal an den Kunden denken: Was wir in der Logistik von US-Unternehmen lernen können
Neue Wege des Erfolgs in der digitalen Welt
 
Jürgen Schulz, VP Consulting, Siemens Digital Logistics
 

Die Wege der Kunden sind unergründlich. Mal stehen sie Schlange, um ein angesagtes Produkt zu ergattern. Mal interessieren sie sich nicht die Bohne für das, was ein Unternehmen an erstklassigen Leistungen und Lösungen zu bieten hat. Woran liegt das?

Wer Kunden gewinnen will, muss Kunden verstehen. Er muss wissen, was Kunden bewegt, wonach sie suchen und wie sich ihre Bedürfnisse auf hervorragende Weise erfüllen lassen. Das war nie leichter als heute, im digitalen Zeitalter.

Wer den Daten folgt, die Kunden im Kontakt mit dem eigenen Unternehmen hinterlassen und wer aus diesen Daten werthaltige Informationen gewinnt, kommt ihren Wünschen zielsicher auf die Spur. Dabei gewinnt die Logistik als Schnittstelle zum Kunden und zu Lieferanten eine zentrale Rolle.

Wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln

Das Wissen um den Kunden, seine Anforderungen und Bedürfnisse beginnt genau hier: am Ende der Prozesskette. Welche Produkte möchte er aus einer Vielzahl an Artikeln innerhalb weniger Stunden geliefert haben? Wie individuell sind diese konfektioniert? Welche „added values“ werden genutzt? Der Blick auf die Logistik, die als Dienstleister die Bestellwünsche der Kunden eins zu seins erfüllt, liefert an dieser Stelle wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln und gute Bewertungen.

Eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung beginnt folglich nicht in der Produktion, im Einkauf oder im Marketing. Sie beginnt mit dem Fokus auf den Kunden. US-Konzerne wie Amazon machen uns vor, wie das gelingt. Lösungen wie Amazon Prime, mit denen das Unternehmen bestimmte Waren innerhalb von nur drei Stunden über den „Premiumversand“ liefert, sind Resultat der konsequenten Kundenfokussierung.

Strategische Komponente der digitalen Transformation

Es ist die Digitalisierung von Logistikprozessen, die Unternehmen einen solchen Erkenntnisgewinn schenkt. Dafür ist es notwendig, die Logistik als integrierten Bestandteil des Geschäftsprozesses zu verstehen und nicht als nachgelagerten Erfüllungsgehilfen.

Unternehmen, die Logistik als strategische Komponente der digitalen Transformation betrachten, werden es leichter haben, ihr Geschäftsmodell schnell und flexibel den sich dynamisch verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Dafür braucht es Übersetzer, die aus Daten relevante Informationen machen und aus Informationen Handlungsoptionen entwickeln, mit denen die Logistik zum Wegbereiter einer nachhaltig erfolgreichen Geschäftsentwicklung wird.

Cloudbasierte Logistik IT-Plattformen sind solche Übersetzer. Denn sie bündeln Daten aus unterschiedlichen Quellen, validieren diese und stellen sie für eine Vielzahl unterschiedlicher Analyse- und Managementtools bereit. Und sie verknüpfen die komplexen Prozesse in einem Logistiknetzwerk zu einer überzeugenden Lösung, die auf den Kunden und seine Bedürfnisse fokussiert ist.

Die Wege der Kunden sind unergründlich. Mal stehen sie Schlange, um ein angesagtes Produkt zu ergattern. Mal interessieren sie sich nicht die Bohne für das, was ein Unternehmen an erstklassigen Leistungen und Lösungen zu bieten hat. Woran liegt das?

Wer Kunden gewinnen will, muss Kunden verstehen. Er muss wissen, was Kunden bewegt, wonach sie suchen und wie sich ihre Bedürfnisse auf hervorragende Weise erfüllen lassen. Das war nie leichter als heute, im digitalen Zeitalter.

Wer den Daten folgt, die Kunden im Kontakt mit dem eigenen Unternehmen hinterlassen und wer aus diesen Daten werthaltige Informationen gewinnt, kommt ihren Wünschen zielsicher auf die Spur. Dabei gewinnt die Logistik als Schnittstelle zum Kunden und zu Lieferanten eine zentrale Rolle 

Wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln

Das Wissen um den Kunden, seine Anforderungen und Bedürfnisse beginnt genau hier: am Ende der Prozesskette. Welche Produkte möchte er aus einer Vielzahl an Artikeln innerhalb weniger Stunden geliefert haben? Wie individuell sind diese konfektioniert? Welche „added values“ werden genutzt? Der Blick auf die Logistik, die als Dienstleister die Bestellwünsche der Kunden eins zu seins erfüllt, liefert an dieser Stelle wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln und gute Bewertungen.

Eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung beginnt folglich nicht in der Produktion, im Einkauf oder im Marketing. Sie beginnt mit dem Fokus auf den Kunden. US-Konzerne wie Amazon machen uns vor, wie das gelingt. Lösungen wie Amazon Prime, mit denen das Unternehmen bestimmte Waren innerhalb von nur drei Stunden über den „Premiumversand“ liefert, sind Resultat der konsequenten Kundenfokussierung.

Strategische Komponente der digitalen Transformation

Es ist die Digitalisierung von Logistikprozessen, die Unternehmen einen solchen Erkenntnisgewinn schenkt. Dafür ist es notwendig, die Logistik als integrierten Bestandteil des Geschäftsprozesses zu verstehen und nicht als nachgelagerten Erfüllungsgehilfen.

Unternehmen, die Logistik als strategische Komponente der digitalen Transformation betrachten, werden es leichter haben, ihr Geschäftsmodell schnell und flexibel den sich dynamisch verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Dafür braucht es Übersetzer, die aus Daten relevante Informationen machen und aus Informationen Handlungsoptionen entwickeln, mit denen die Logistik zum Wegbereiter einer nachhaltig erfolgreichen Geschäftsentwicklung wird.

Cloudbasierte Logistik IT-Plattformen sind solche Übersetzer. Denn sie bündeln Daten aus unterschiedlichen Quellen, validieren diese und stellen sie für eine Vielzahl unterschiedlicher Analyse- und Managementtools bereit. Und sie verknüpfen die komplexen Prozesse in einem Logistiknetzwerk zu einer überzeugenden Lösung, die auf den Kunden und seine Bedürfnisse fokussiert ist.

Digital Twin
Der Digital Twin
Was macht ihn zum neuen Superstar in der Logistik?
 
Jürgen Schulz, VP Consulting, Siemens Digital Logistics
 

Erfolgreiche Logistiker schauen nach vorn. Sie entwickeln ihr Leistungsportfolio kontinuierlich weiter, passen es Kundenbedürfnissen dynamisch an, behalten mögliche Risiken im Blick. Dabei konsultieren sie immer häufiger einen virtuellen Berater, der sich mit seinem Talent zum neuen Superstar in der Logistik entwickelt: der Digital Twin.

Gut möglich, dass Sie in der Industrie bereits Bekanntschaft mit dem Digital Twin gemacht haben, denn da kommt er ursprünglich her. Als kluger Ratgeber in der Produktentwicklung, im Betrieb von Maschinen und Anlagen oder in der Prozessoptimierung macht er seit Jahren Karriere.

Seine Bühne ist die virtuelle Welt, das Drehbuch die reale Praxis. So spielt der Digital Twin 1:1 vorher durch, wie sich ein Windrad, ein Heizkraftwerk oder eben ein logistischer Prozess unter bestimmten Bedingungen verhält, wann ein Ausfall droht und wie sich Betriebskosten senken lassen, wenn man an der richtigen Stellschraube dreht. Und er macht es möglich, Zustände oder Konstellationen unter allen nur denkbaren Aspekten zu simulieren.

Entscheidungen mit hoher Sicherheit richtig treffen

Deshalb findet der Digital Twin in der Logistikbranche immer mehr Beifall. Und das aus gutem Grund: Denn mit seiner Hilfe lassen sich die Ursache und Wirkung von Ereignissen in der Supply Chain mit bislang nicht gekannter Präzision veranschaulichen.

So liefert der Digital Twin das detailgenaue virtuelle Abbild des realen Logistiknetzwerks und der darin genutzten Prozesse. Er verbindet die operative mit der strategischen Entscheidungsebene. Das bedeutet: Jeder Dreh an einer Stellschraube des operativen Systems kann im Voraus ausgeführt und in seiner Wirkung auf den Gesamtprozess bewertet werden – auf Basis realer Daten. Damit ist der Digital Twin das perfektes Simulations- und Beratungswerkzeug. Wer es nutzt, kann taktische und strategische Entscheidungen mit hoher Sicherheit richtig treffen. 

„Was-wäre-wenn-Szenarien“ lassen sich damit in aller Konsequenz durchspielen. Wie würde sich beispielsweise eine Standortverlagerung auf die bisherigen Beschaffungs- und Distributionsprozesse auswirken? Was bedeutet eine Sortimentserweiterung für die Lieferfrequenz? Wie können die vorhandenen Ressourcen im Unternehmen bestmöglich genutzt werden? Mit dem Digital Twin lässt sich jede Situation aufgrund realer Auftrags- und Bestelldaten und Routing-Regeln abbilden, planen, steuern und optimieren – ohne operatives Risiko. Damit macht der Digital Twin logistische Konzepte bis hin zu realitätsbezogenen Kostenberechnungen entscheidungssicher.

So ist es nicht verwunderlich, dass internationale Beratungsunternehmen wie Gartner den Digital Twin zu den zehn Top-Technologietrends zählen. Mittlerweile ist der Reifegrad der Lösung so hoch, dass sie in ihren Einsatzmöglichkeiten für die Supply Chain Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil verspricht. Wir sehen in dem permanenten Monitoring von Prozessen durch den Digital Twin zudem die Möglichkeit, unter den jeweils optimalen Betriebsparametern zu arbeiten und damit effiziente Abläufe zu niedrigen Betriebskosten sicherstellen zu können – bei ständig steigenden Supply-Chain-Kosten sicher ein wichtiger Aspekt.

Transparenz über den gesamten Supply Chain Prozess

Wer sich einen Digital Twin ins Unternehmen holen will, sollte allerdings einige Einflussfaktoren beachten, die für die erfolgreiche Nutzung des digitalen Beraters von Bedeutung sind. Um einen erfolgreichen Digital-Twin-Ansatz entwickeln zu können, ist eine Kombination aus Projekterfahrung, logistischem Know-how und vertieften Kenntnissen von Daten, Tools und der Digital-Twin-Technologie unabdingbar. Nur ein Berater (ohne Tool) oder nur ein Tool (ohne erfahrenen Konfigurationssupport) greifen häufig zu kurz, weil die Zielvorgaben und Interessenlage eben nicht zur Silo-übergreifenden Konzeption des Digital Twin passen. Deshalb setzen wir in der Praxis auf ein gemischtes Team aus Beratern und Softwareexperten. Dieses Team hilft, die Schritte von der strategischen zur taktischen Planungsebene bis in den Echtbetrieb der simulierten Lösung zu gehen und ein Höchstmaß an Transparenz über den gesamten Supply Chain Prozess darzustellen.

Der Digital Twin macht sich für Logistiker in mehrfacher Hinsicht bezahlt. So sorgt die erhöhte Transparenz beispielsweise dafür, dass es weniger Schlupf in den operativen Prozessen gibt und Kapazitäten gleichmäßig ausgelastet werden. Unsere Erfahrung ist: Unterm Strich holt der Digital Twin selbst aus bereits optimierten Logistiksystemen zusätzliche Einsparungen in Höhe von mindestens fünf bis acht Prozent heraus. Das wird ihn in Zukunft sicher noch beliebter machen.

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